Geschichte der Spindestube Meuro

Die Spindestube Meuro soll in der alten Dorfschule von Meuro errichtet werden.

Diese wurde im Jahr 1849 gebaut. Viele Jahre diente sie als Dorfschule für den Ort Meuro bis sie in der DDR Zeit überflüssig wurde. Die Schule zog nach dem 2. Weltkrieg innerhalb des Ortes um, so dass die alte Schule als Heim für Kriegsflüchlinge diente. Bis ca. 1980 wurde es auch noch von den Pfarrern bewohnt. Anschließend wurde es ein Rüstzeitheim. Viele Jugendliche haben hier bis 1993 wunderschöne Zeiten verlebt. Danach benutzte die Dorfjugend von Meuro sie eine Zeit lang als Jugendclub. Die Kirchengemeinde hatte den großen Raum als Winterkirche. Seit ca.1995 steht das Gebäude leer. Es wurde versucht, das Gebäude zu verkaufen. Um den Abriss des denkmalgeschützten Hauses zu verhindern soll die Schule nun saniert und als Dorfgemeinschaftshaus neu genutzt werden.

Wie genau das Leben in der Alten Schule Meuro aussah, wollen wir begleitend zur Sanierung erforschen und somit auch ältere Mitglieder der Dorfgemeinschaft einbeziehen. So kann es doch sehr spannend sein zu hören wie die Schule vor 60 Jahren aussah und was es vielleicht noch an Überlieferungen älterer Generationen gibt.

Warum gab es alte Dorfschulen?

Kinder waren in unserer Gesellschaft besonders auf dem Land sehr lange eher günstige Arbeitskräfte, als zu entwickelnde Individuen. Bis ins 19. Jahrhundert war es ein Privileg eine Schulbildung zu erhalten und dieses Privileg musste der Schüler dann vor allem durch Disziplin und Linientreue zurückzahlen.
In Preußen entwickelte Wilhelm von Humbold das Prinzip der Elemetarschule, welche für jedes Kind verpflichtend sein, und jedem Kind ein gewisses Maß an grundlegendem Wissen und elemtarer humanistischer Bildung vermitteln sollte.
Besonders in ländlichen Regionen besaßen Eltern oft selbst nicht die Fähigkeit zu lesen oder zu schreiben. Mit der Humbold´schen Bildungsreform tat man einen großen Schritt auf die Kinder zu und ermöglichte ihnen etwas Freiheit vor der Arbeit und auch sozial sehr schwach gestellten Kindern Entfaltungsspielraum.
Das so entstandene Bildungssystem besteht im Prinzip bis heute in einer sehr ähnlichen Form.

Da es auf dem Land nicht möglich war, die Kinder über größere Entfernungen zu einer Schule zu bringen entstanden im 19.Jahrhundert in fast jeder Ortschaft kleine Dorfschulen. Da das Leben im Dorf damals sehr anders aussah als heute, lohnten sich diese Schulen auch, da es gerade im ländlichen Regionen sehr viele Kinder gab. So waren die Klassen teilweise sehr voll und sehr oft wurden mehrere Jahrgänge in einem Klassenzimmer von einem Lehrer unterrichtet. Denkt man im ersten Moment auch, dass das etwas rückschrittlich war, ist der Jahrgangsübergreifende Unterricht ein Konzept, was durchaus auch Vorteile mit sich bringt. Es führt zu einer stärkeren Verbindung der Jahrgänge, ältere Jahrgänge lernen Verantwortung für jüngere zu übernehmen und vertiefen die Lerninhalte über das erklären selbst noch mehr.
Auch die Lerninhalte waren bei weitem nicht so umfangreich wie heute. Es gab meistens nur die Fächer Religion, Lesen, Schreiben und Rechnen. Das hielt die Bildungsinhalte mehr in der unmittelbaren Lebensrealität der Kinder.