Die Idee hinter der Spindestube

Die in Meuro gelegene unter Denkmalschutz stehende und vermutlich älteste Einklassenschule Sachsen-Anhalts (im Folgenden auch als alte Schule bezeichnet) soll im Rahmen der Förderung „Dorfentwicklung“ saniert und zur Spindestube Meuro gestaltet werden. Dabei sollen die ca. 200 m² Nutzfläche so gestaltet werden, dass sie den Bürgerinnen und Bürgern von Meuro sowie den umliegenden Orten für Veranstaltungen aber auch für die Wahrnehmung verschiedener Angebote zur Verfügung stehen.

Ziel des Vorhabens und geplante Wirkung

Durch die Spindestube Meuro soll zukünftig ein Ort geschaffen werden, welcher der Dorfgemeinschaft über alle Altersgruppen hinweg einen zwanglosen regelmäßigen Austausch ermöglicht. Hierfür soll zum einen der Raum, aber auch Angebote geschaffen werden, welche den Bürgern einen Anreiz zur nahen Erholung von Stress des Alltags bieten. Diese Angebote sollen zwanglos und vor allem nicht verpflichtend sein. So kann die gegenseitige Unterstützung innerhalb der Dorfgemeinschaft gestärkt werden. „Traditionell spielen selbst organisierte Unterstützungen in ländlichen Räumen eine große Rolle. Diese beruhen nicht – wie es gern plakatiert wird – auf einer emotional gesättigten, idyllischen ‚Dorfgemeinschaft‘, sondern auf dem Funktionieren sozialer Netzwerke.“ [1]

Durch Gespräche mit möglichen zukünftigen Nutzern aus den Dörfern der Ortschaft Meuro konnten im Rahmen von vier Versammlungen im Zeitraum vom November 2018 bis April 2019 insgesamt 16 Angebote identifiziert werden, welche einen nachhaltigen Mehrwert für die Bevölkerung bietet.

Unterstützung bei der Realisierung

Treffen der Organisatoren der Spindestube im Juli 2019 (Foto: Regionalmanagement Dübener Heide/neuland+)

Die Realisierung der Spindestube Meuro wird dabei durch das Projekt „Spindestuben Dübener Heide“ der Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt e.V. in Person durch Herrn Carsten Passin unterstützt.

Das zweijährige Projekt hat am 1. September 2018 begonnen. Es knüpft an eine alte Tradition in der Dübener Heide an. Wie früher schon kommen Menschen regelmäßig abends in der „Spindestube“ zusammen, um gemeinsam zu essen, sich mit interessanten Themen zu beschäftigen und miteinander auszutauschen. Doch heute haben ihre Treffen noch ein weiteres Ziel: Sie möchten neue Ideen für ihr kommunales Leben entwickeln.
Dieser Zukunftstreffpunkt Dorf in alter Tradition wird in fünf Kirchengemeinden im Kirchenkreis Wittenberg erprobt und ist offen für die gesamte Einwohnerschaft.

Es wird ein Bildungsangebot integriert. Die Vortrags- und Gesprächsthemen beziehen sich auf aktuelle Entwicklungen, regionalgeschichtlich Bedeutsames und für das Dorfleben Wichtiges, je nach Bedarf der Einwohnerinnen und Einwohner.

Quellen

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL): Ländliche Lebensverhältnisse im Wandel 1952, 1972, 1993 und 2012. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Berlin, 2015.